Schulkonzept

Mit Engagement machen in der Grundschule an der Marie Lehrer/innen, Erzieher/innen, Eltern und Schüler/innen das Leitbild unserer Schule zur Grundlage ihres Handelns: Unsere Schule bietet Kindern mit ihren Unterschiedlichkeiten - nach Herkunft und geistigen sowie körperlichen Voraussetzungen - eine Heimstätte des Zusammenlebens und des gemeinsamen Arbeitens. Unser Ziel ist es, schulische Rahmenbedingungen     zu schaffen, so dass jedes Kind bestmögliche Entwicklungschancen hat.  Unsere Schule bietet zudem die Voraussetzung für "barrierefreies" Lernen, verfügt also über die Ausstattung für körperbehinderte Kinder (Fahrstuhl/Toiletten...).

Wir messen die Qualität unserer Schule nicht nur an unseren pädagogischen Konzepten und unserem Schulunterricht. Ebenso wichtig ist uns die   Gestaltung des Schüleralltags außerhalb der Klasse, also vor und nach         dem Unterricht. Grundvoraussetzung für ein gutes Schulklima sind daher       eine offene Kommunikation und ein fruchtbarer Austausch aller am Schulleben Beteiligten sowie der Wille zur Kooperation und gegenseitigen Unterstützung.

 

 

Der Schulleiter stellt sich vor

J. Stolze

 

Hier einige "Fakten" zu meiner Person  und einige Ansichten rund um das Lernen und um die Schule.

Miteinander und voneinander lernen, heißt Brücken bauen!


Ich bin Jahrgang 56 und habe einen Teil meiner Kindheit in einem Kinderheim verbracht. Ich habe es auch mit ein wenig Glück geschafft,
mir die Eltern selbst auszusuchen. Wer kann das schon?
Damals war ich ungefähr 11 Jahre alt.


Mein Studium habe ich an der Humboldt-Universität absolviert und bin seit 80/81 im Schuldienst tätig - immerhin sind das schon 30 Jahre.
Ich lese gerne, gehe in klassische Konzerte, habe ein wenig wieder das Theater für mich entdeckt, interessiere mich für Computergrafik,
male und zeichne, schreibe ein wenig nebenbei und seit den letzten zwei Jahren wage ich mich auch an Skulpturen und Plastiken heran.
Kochen und Wandern sind weitere Leidenschaften.


Seit 90/91 arbeite ich als Schulleiter. An der Grundschule an der Marie bin        ich seit dem 2.Halbjahr 2010 tätig , also noch relativ neu.
Was mich an dieser Schule berührt, sind kluge und engagierte Kinder, Kolleginnen und Kollegen und nicht zu vergessen viele Eltern und
Partner, die sich für die Belange von Schule und Kind einsetzen.
In den ganzen Jahren haben sich in Berlin viele Reformen ereignet. Eine der erfolgreichsten, aber am wenigsten unterstützte und evaluierte
Reform ist die der Altersmischung in der Schulanfangsphase.
Sie beruhte auf der Erkenntnis, dass Menschengruppen nicht homogen sind. Diese Heterogenität ist uns aus dem Alltag, dem Berufs- und
Familienleben nicht unbekannt und hat ungeahnte Konsequenzen.


Lernen ist individuell und als Anlage im Menschen angelegt. In der Entwicklungspsychologie wird deshalb Wert darauf gelegt, Menschen
dort abzuholen, wo sie stehen , aber ein anderes wesentliches Entwicklungsprinzip wird dabei oft unterschlagen, nämlich, ich weiß, was du
schaffen und erreichen kannst - das Orientierungs-, bzw. Zukunftsprinzip. Kindern mit unserer Hilfe und Unterstützung in ihrer und damit
auch in unserer Entwicklung zu geben, ist deshalb eine schöne, aber in einer immer komplizierter werdenden globalisierten Welt auch
anspruchsvolle und verantwortungsvolle Aufgabe.


Schon aus diesem Grunde kann Schule nicht Dienstleister sein, weil alle Beteiligten diesen Entwicklungsanspruch haben und haben sollten,
nicht nur unsere Kinder, sondern auch wir selbst. Lernen ist ein ständiger Beziehungsaufbau zum Lernenden - genau genommen ein
Brückenschlag. Die Lehrmethode, ich könne einen Menschen mit Wissen an- und auffüllen (Nürnberger Trichter) ist alte Schule und hat
sich als nicht tauglich erwiesen, wird aber seltsamerweise trotzdem    praktiziert und auch immer wieder von Eltern verlangt.


Eine neue Schule muss in allererster Linie den Kindern genügen, darf aber den Anspruch von Realität nicht verlieren. Wir sind auch nicht
leistungsfeindlich, aber Leistung orientiert sich am Kind und nicht am Anspruch des Erwachsenen. Die Neigung, unsere eigenen Wünsche
und Ansprüche auf das Kind zu projizieren, ist groß. Deshalb sollte uns allen bewusst sein, dass unsere Kinder auch nach uns in der Lage
sein sollten, ein selbstbewusstes, eigenständiges und gutes Leben zu führen. Das Loslassen gehört dazu.


Die allererste Aufgabe von Schule ist Unterricht. Diese Aufgabe kompetent und zielgerichtet zu gestalten, ist spannend, kreativ, aber auch
hochkompliziert. Alles, was Schule darüber hinaus mit Beteiligten noch unternimmt, ordnet sich dem strikt unter und ist Kür?. Natürlich
sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Freizeitgestaltung, durch den Hort organisiert in der Sozialisation unserer Kinder eine große Rolle
spielt und zu den Pflichtaufgaben von Schule gehört.


Schule ist Gemeinschaft oder anders ausgedrückt :Der Schwarm ist  intelligenter als das Einzelwesen.Hier kann im Kleinen auch das
erprobt werden, was die Veränderung einer Gesellschaft betrifft. Hier ist Raum für andere, alternative Lebensformen und gesellschaftliche
Modelle. Schule unterstützt das Individuum, seine Stärken und Schwächen auszuleben, sich auszuprobieren und vor allen Dingen zu
verstehen, warum der Andere neben mir anders ist und wie ich mit dessen Vorzügen, aber auch Nachteilen zusammen leben kann. Dabei
liegt der Hauptschwerpunkt nicht auf defizitäre Orientierung, sondern Vielfalt und Stärke. Soziales Handeln und entsprechendes Verhalten
wird erprobt und abverlangt.


Schule ist deshalb aber auch ein Schutzraum und Freiraum, in dem die Freiheit des Individuums, seine persönliche Verantwortung und das
Gemeinschaftshandeln täglich gelebt und trainiert wird. Deshalb ist Schule auch gefährdet, wenn sie nur unter dem Gesichtspunkt von Einzelinteressen
und Überforderungen von gesellschaftlicher Seite überfrachtet wird. Zunehmend muss Schule Aufgaben übernehmen, die weder inhaltlich,
personell und finanziell untersetzt sind, aber Zeit und Kraft rauben, um    unsere eigentliche Aufgabe zu erfüllen, nämlich unsere Kinder dabei
zu unterstützen, einen eigenen Weg ins Leben zu finden und auch gehen zu können.


Deshalb kann Schule Mitstreiter gut brauchen und jeder, der sich dieser gemeinschaftlichen Verantwortung stellt, sollte deshalb willkommen sein.

Stolze

(Schulleiter)

 

 

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